Golgi-Punkt-Schmerztherapie

Bei der Golgi-Punkt-Schmerztherapie handelt es sich um eine neue Form der Schmerzbehandlung.
Im Gegensatz zur Triggerpunktbehandlung arbeitet man in der Golgi-Punkt-Schmerztherapie vor allem an den Muskelansätzen und -ursprüngen.

 

Was ist ein Golgi-Punkt?

Die Golgi-Sehnenapparate, auch Golgi-Sehnenorgane oder auch Golgi-Rezeptoren genannt, befinden sich zwischen den Sehnen und Muskelfasern von Muskeln (den oben erwähnten Muskelansätzen und -ursprüngen). Entdeckt wurden diese durch den italienischen Prof. Dr. Golgi.

Der Golgi-Sehnenapparat gehört zu den sogenannten Propriorezeptoren  (= Mechanorezeptoren) welche mechanische Belastungen des eigenen Körpers, insbesondere des Muskel- und Skelettsystems wahrnehmen (Rezeptor = Empfänger) und wird durch multiple Endverzweigungen eines Axons gebildet (Axon = Nervenfaser, welche von einem Nerv wegführt). Ein Golgi-Organ umgibt ca. 15 Sehnenfasern.

Nicht verwechselt werden darf der Golgi-Sehnenapparat mit den Golgi-Organen, welche sich als Zellorganellen innerhalb der Zelle befinden.

Die Aufgabe der Golgi-Rezeptoren ist, die Spannung der Muskulatur zu messen. Die Golgi- Sehnenapparate schützen die Muskel-Sehnenkomplexe vor Überlastungen und haben somit eine wichtige Schutzfunktion für unsere Muskulatur, indem sie bei starken Anspannungen eines Muskels für eine Gegensteuerung sorgen um den Muskel dadurch wieder in die physiologische Entspannungslage zurückzuversetzen. Dieses Prinzip macht man sich innerhalb der Golgi-Punkt-Schmerztherapie zu Nutze.

 

Anwendung der Golgi-Therapie

Die Golgi-Punkt-Schmerztherapie vertritt die Auffassung, dass 90 % der Schmerzen am Bewegungsapparat durch akute und chronisch verkürzte Muskeln verursacht werden. Darüber hinaus spielen auch verklebte und sich zusammen ziehende Faszien eine wichtige Rolle im Schmerzgeschehen. Unsere Sehnen sind Teil des faszialen Gewebes.

Am Anfang jeder Behandlung steht die Anamnese. Daraufhin werden zunächst die zu behandelnden Golgi-Punkte bestimmt. Diese werden nun in einer bestimmten Reihenfolge unter Ausübung eines gleichmäßigen Druckes für wenige Sekunden bis zu einer Dauer von 1 – 2 Minuten gedrückt, mit dem Ziel dadurch eine Entspannung des betroffenen Muskels im betreffenden Schmerzareal zu erreichen.
Ziel ist dabei die Wiederherstellung eines natürlichen Muskeltonus, sowie auch eine Balance zwischen den einzelnen Muskeln zu erreichen.

Über die Sehnen erfolgt  durch die Stimulation an den Golgi-Rezeptoren darüber hinaus eine fasziale Weiterleitung an das gesamte Fasziensystem, da dieses mit allen Strukturen im Körper verbunden ist.

Das Fasziensystem kann darüber hinaus ebenso als Schnittstelle zwischen Körper und Seele betrachtet werden in welchem zum Beispiel auch traumatische Geschehen gespeichert werden.
Da alle Faszien im Körper miteinander verbunden sind, kann es so auch zu einer Stimulierung an weiteren Fernpunkten im Organismus kommen.

Die Golgi-Punkt-Schmerztherapie lässt sich sehr gut mit anderen Therapieansätzen der Naturheilkunde verbinden = Bürgi-Prinzip, wie zum Beispiel der Akupunktur, Schröpftherapie und weiteren Therapiemethoden oder auch komplementär zu schulmedizinischen Behandlungen.

 

Die Golgi-Punkt Schmerztherapie ist ein Verfahren der naturheilkundlichen Erfahrungsmedizin, welche nicht zu den allgemein wissenschaftlich anerkannten Methoden im Sinne einer Anerkennung durch die Schulmedizin zählt. Alle getroffenen Aussagen über Eigenschaften und Wirkungen sowie Indikationen des vorgestellten Verfahrens beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungswerten der Therapieart selbst, die von der Schulmedizin nicht geteilt wird.