TCM-Anamnese

Bei der TCM-Anamnese handelt es sich um ein ausführliches Erstgespräch. Durch gezielte Fragestellungen in Bezug auf den aktuellen Gesundheitszustand wird unter Einbezug von verschiedenen Untersuchungsmethoden ein Weg für die zu wählende Behandlungsstrategie festgelegt.

Die TCM-Anamnese ziehe ich als Basis jedweder therapeutischen Behandlung heran.

Innerhalb der Chinesischen Medizin steht hierfür ein ausführlicher Fragenkatalog zur Verfügung. Es werden dabei verschiedene Punkte abgefragt wie zum Beispiel

  • Essensgewohnheiten und  Essensvorlieben
  • die Schlafqualität
  • das Energieniveau
  • Aussehen, Menge, Farbe und Geruch von Körpersubstanzen
  • Druck- oder Völlegefühl
  • Kälte- oder Wärmeempfinden
  • Schmerzempfinden und Schmerzqualität
  • häufiges Auftreten von Schmerz oder Unwohlsein in bestimmten Körperregionen
  • Durstqualität
  • vermehrtes oder leichtes Schwitzen
  • Gedanken und Wünsche
  • Träume und Ängste
  • seelisches Wohlbefinden
  • Krankheiten der Eltern, Großeltern und innerhalb der Familienstruktur
  • Anzahl der Schwangerschaften / Geburten und deren Verlauf
  • und vieles weitere mehr

 

Keine Befragung ohne Puls- und Zungendiagnose!

 

Pulsdiagnose

 

Die Pulsdiagnose ist eine der großen Stärken der chinesischen Medizin. Jedoch auch in der westlichen Medizin haben Therapeuten schon immer den Puls für Diagnosezwecke bis zum heutigen Tag herangezogen.

In der TCM werden  verschiedene Pulse unterschieden, welche an beiden Seiten nahe der Handgelenke an der Pulsus radialis-Stelle getastet werden.

Über die Beurteilung der verschiedenen Pulsqualitäten und ihrer Kombination was deren Ort, Lage und Tiefe betrifft, versucht man so zu einer besseren Einschätzung der aktuellen Lage zu kommen. Der Puls zeigt also vor allem den aktuellen Ist-Zustand an.

Man kennt verschiedene Pulsqualitäten an verschiedenen Pulspositionen, die jedoch in der westlichen und chinesischen Medizin teils unterschiedliche Bezeichnungen tragen:

  • schnell = Cu Mai
  • straff = Jin mai
  • schwach = Rou Mai
  • leer = Xu Mai
  • dünn = Xi Mai
  • kurz = Duan Mai
  • oberflächlich
  • voll = Shi Mai
  • schlüpfrig = Hua Mai
  • hohl = Kou Mai
  • überflutend = Hong Mai
  • rauh = Se Mai
  • versteckt = Fu Mai
  • unregelmäßig = Dai Mai
  • weich = Ru Mai oder westlich: Pulsus mollis
  • und viele weitere

 

Zungendiagnose

 

Die Zunge ist mit das wichtigste Kriterium zur Einschätzung und Zuordnung eines Symptoms im Sinne der TCM.
Dabei können vor allem Merkmale in Bezug zu den Symptomen zugeordnet werden, welche sich über einen langen Zeitraum eintwickelt haben. Auf der Zunge werden unterschiedliche Bereiche unterschiedlichen Organen und Funktionskreisen zugeordnet und die aktuellen Symptome so in Beziehung zueinander gesetzt.
Man könnte die Zunge somit also auch als Reflexzone für verschiedene Organsysteme definieren, welche den energetischen Zustand in verschiedenen Funktionskreisläufen anzeigt.

 

Man beurteilt vor allem:

  • Farbe und Aussehen des Zungenkörpers zum Beispiel blass, rot, schmal, klein, groß, geschwollen, zitternd usw.
  • Farbe, Aussehen und Qualität des Zungenbelages wie zum Beispiel feucht, trocken, rissig, weiß, gelb, dick, klebrig, belaglos usw.
  • den Zustand der Unterzungenvenen nach deren Aussehen und Farbe

Durch die Beobachtung der Zunge ist so auch eine Verlaufskontrolle im Rahmen der durchgeführten Therapie möglich.

 

Über die Befragung einschließlich dem Sehen = Antlitzdiagnose, Zungendiagnose sowie Fühlen = Pulsdiagnose und weiteren Kriterien kann der Therapeut eine Einschätzung nach den 8 Leitkriterien der TCM vornehmen, je nachdem ob mehr ein Fülle oder Schwächesymptom vorliegt und im Hinblick darauf seine Therapie für den Patienten abstimmen.

 

Die TCM-Anamnese einschließlich Pulsdiagnose und Zungendiagnose ist ein Verfahren der naturheilkundlichen Erfahrungsmedizin, welche nicht zu den allgemein wissenschaftlich anerkannten Methoden im Sinne einer Anerkennung durch die Schulmedizin zählt. Alle getroffenen Aussagen über Eigenschaften und Wirkungen sowie Indikationen des vorgestellten Verfahrens beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungswerten der Therapieart selbst, die von der Schulmedizin nicht geteilt wird.